Rezension „Zertrennlich“

So, bevor es mit der Rezension losgeht möchte ich mich zunächst bei Vorablesen.de und dem Script5 Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken. Es war ein toller Gewinn.

© Alex Sarginson Quelle

Über die Autorin

Saskia Sarginson wuchs ebenso wie ihre Protagonistinnin in
Wald von Suffolk auf. Schreiben tut sie bereits seit ihrer Kindheit, obwohl sie
erst in ihren Vierzigern den Mut fand, einen ganzen Roman zu schreiben. Sie hat
einen Abschluss in Englischer Literatur an der Cambridge Universität gemacht
und arbeitete bereits als Journalistin, Ghostwriterin, Lektorin und Gutachterin
für Drehbücher. Sie lebt mit ihren vier Kindern, unter anderem eineiigen
Zwillingsmädchen, in London. „Zertrennlich“ ist ihr Debüt. Quelle

HIER findet ihr noch ein sehr schönes Interview, allerdings englischsprachig J

   

Klappentext

Eine bewegende und fesselnde Reise zu den dunklen
Geheimnissen einer Kindheit, die aus einem unzertrennlichen Ganzen zwei
Schwestern machte, die einander wie Fremde erscheinen.
Ein flirrender Sommer an Englands Ostküste. Die
Zwillingsschwestern Viola und Isolte sind durch duftende Kiefernwälder
gestreift, haben auf nebelüberfluteten Lichtungen längst vergessene
Sagengestalten beschworen und den scharfen, salzigen Wind des Meeres geatmet.
Doch nun, fünfzehn Jahre später, scheinen die beiden nichts mehr gemein zu
haben. Während Isolte sich mit verzweifelter Lebensfreude der Welt
entgegenwirft, hungert Viola sich in den sicheren Tod. Während eine der
Schwestern sich verbissen an ihre Ziele und Pläne klammert, wünscht die andere
nichts sehnlicher, als sich aufzulösen und ihrer Vergangenheit zu entkommen.
Welcher unaussprechliche Schrecken ist geschehen in jenem
Sommer, als alles möglich schien und der das Erwachsenwerden zweier
Zwillingsschwestern so unerbittlich bestimmt?
In ihrem hochgelobten Debüt schafft Saskia Sarginson eine
bewegende Liebesgeschichte und einen Spannungsroman, dessen Geschichte mitreißt
und dessen Atmosphäre lange nachklingt.
Wer direkt einen Blick in das Buch werfen möchte findet HIER eine Leseprobe.
Zur Verlagshomepage kommt ihr HIER.

Buchtrailer


Cover

Das Cover des Buches gefällt mir persönlich sehr gut. Die hellen
lebendigen Farben wirken frisch und lebendig, was sehr gut zu Kindern passt.
Das Cover passt auch sehr gut zum Inhalt, da es zum einen Zwillinge zeigt, und
zum anderen das Meer, welches auch im Buch eine wichtige Rolle spielt. Für mich
ist das Cover insgesamt sehr stimmig und ich finde es besonders toll, dass man
sich entschieden hat, dass englische Cover zum größten Teil zu übernehmen, und
nicht etwas neues daraus zu machen.

Über das Buch

Die Zwillinge Viola und Isolte könnten nicht
unterschiedlicher sein. Während Viola im Krankenhaus mit ihrer Magersucht
kämpft, ist Isolte erfolgreich für eine Modezeitschrift in London tätig und mit
dem Fotografen Ben liiert. Doch nicht nur Viola leidet unter den Ereignissen
der Vergangenheit, auch Isolte muss sich der Vergangenheit stellen und reist
schließlich zurück an den Ort ihrer Kindheit.
Während Isolte und Viola in der Gegenwart mit den Ereignissen
der Vergangenheit hadern, erfährt man nach und nach aus Violas Erinnerungen,
was damals im Wald von Suffolk geschehen ist. Wie die Zwillinge mit ihrer
Hippie-Mutter aufwuchsen, die ihre Kinder zwar liebte, ihnen aber keine
Stabilität und Erziehung bieten konnte. Man erfährt, wie sie ihre Tage mit den
Zwillingen John und Michael verbrachten und was an dem verhängnisvollen Tag im
Wald geschah, der ihr Leben auch Jahre später noch beeinflusst.
Das Buch bewegt sich auf verschiedenen Zeitebenen und
wechselt zudem den Fokus zwischen Viola und Isolte hin und her. Da sich nicht
alles auf zwei chronologischen Zeitebenen abspielt und die einzelnen Abschnitte
nicht markiert sind, war es zum Teil schwer, dem Geschehen zu folgen. Zumindest
hat es meist etwas gedauert, bis klar war, in welcher Zeit man sich gerade
befindet. Isoltes Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler im Jahr 1987
erzählt, während Violas Teil der Geschichte aus der Ich-Perpektive erzählt
wird, und ihre Erinnerungen sind es auch, die den Leser in das Geschehen von
1972 eintauchen lässt.
Der Schreibstil war klar, einfach und bildlich. Besonders
Violas Erinnerungen waren sehr anschaulich beschrieben und ich konnte mir den
Wald von Suffolk mit alle seinen alten Bäumen und den Gerüchen sehr gut
vorstellen. Das Buch gibt außerdem einen schönen Einblick in die Beziehung von
Zwillingen, die sich nicht nur aus Verbundenheit, sondern auch aus Rivalität
und dem Wunsch nach Individualität auszeichnet. Die Geschichte beginnt mit den
Worten „Wir sind nicht immer Zwillinge gewesen. Früher waren wir ein einziger
Mensch.“ Obwohl sie gleich sind, aus demselben Stoff gemacht, sind Viola und
Isolte doch unterschiedlich wie Tag und Nacht. Isolte die Ältere, ist quirlig
und selbstbewusst, Viola eher ruhig und ein wenig schüchtern. Ihr Verhältnis
geprägt von Liebe, aber auch von Neid und den Selbstzweifeln die entstehen,
wenn man zusammen mit einer besseren Version seines Selbst aufwächst. Ich fand
es sehr faszinierend, Violas Gedanken zu folgen.
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Isolte und Viola
teilen zwar dieselbe Vergangenheit, gehen damit aber ganz unterschiedlich um.
Während Viola versucht, sich durch ihren Hunger von ihrem Kummer und ihrer
Schuld zu befreien, versucht Isolte verzweifelt, das Leben zu genießen und
dabei alles unter Kontrolle zu behalten. Dennoch konnte keine der beiden
wirklich mit ihrer tragischen Vergangenheit abschließen und es war sehr
spannend, ihren Spuren zurück in die Vergangenheit zu folgen.
Das Ende hat mir gut gefallen, es bietet einen guten
Abschluss und lässt dem Leser gleichzeitig Raum, sich eine eigene Zukunft für
die Charaktere zu überlegen.

Fazit

Insgesamt hat mir „Zertrennlich“, der Debütroman von Saskia
Sarginson gut gefallen. Die Charaktere waren sehr gut beschrieben und insbesondere
in Viola konnte man sich, nicht zuletzt auf Grund der Ich-Perspektive, sehr gut
hineinfühlen. Sie tat mir unglaublich Leid und ich habe mir sehr gewünscht,
dass sie einen Ausweg aus ihrer Magersucht findet. Die Handlung des Buches
finde ich sehr spannend, und die Zeitsprünge sind für mich an den richtigen
Stellen. Ich fand es sehr gut, dass die Aufklärung wirklich erst kurz vorm
Schluss kam. Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass es bei der Anzahl an
Zeitwechseln schön gewesen wäre, die einzelnen Abschnitte zumindest mit
Jahreszahlen zu versehen, da es manchmal ein wenig gedauert hat, alles
einzuordnen. Alles in Allem kann ich „Zertrennlich“ jedem empfehlen, der gerne
Romane über Familiengeschichten mit mehreren Zeitebenen liest. Ich werde
definitiv auch zum nächsten Buch von Saskia Sarginson greifen.
Liebe Grüße

                   Meine Bewertung

Weitere Infos

erscheint am 21.07.2014 
 Seiten 416
ISBN 978-3-8390-0152-3
Hardcover mit Schutzumschlag
und Relieflack
Preis 18,95 € 

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Hallöchen 🙂
    Yeah! Das Buch hört sich wirklich gut an und ich finde deine Rezi auch sehr schön 😉
    Danke noch mal fürs Ausleihen. Jetzt freue ich mich schon umso mehr das Buch anzufangen!

    *knutschi*

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