Rezension „Die Stunde der Lilie“

Zunächst einmal vielen Dank an
Vorablesen.de und den Carlsen Im.press Verlag für die Bereitstellung eines
Leseexemplars. Es ist klasse, dass Buch noch vor dem offiziellen
Erscheinungsdatum lesen zu können.

Quelle

Über die Autorin

Sandra Regnier stammt aus der
Vulkaneifel, wo sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt. Obwohl sie
lange nach Frankreich wollte blieb sie in der Vulkaneifel und heiratete
stattdessen einen Mann mit französichen Nachnamen. Nach ihrer Schulzeit absolvierte
sie eine Ausbildung zur Beamtin. Mittlerweile ist sie selbstständig tätig und
betreibt eine kleine Werkstatt für Bilderrahmen, da die Schreiberei noch nicht
zum Leben reicht. Neben dem Schreiben interessiert sie sich außerdem für
Malerei und Geschichte.
Mehr Infos findet ihr auf ihrer
Homepage.

Klappentext

Es sollte ein gewöhnlicher
Ausritt nach einem anstrengenden Schultag werden. Niemals hätte sich die
sechzehnjährige Julia träumen lassen, dass es sie an der mit Lilien gesäumten
Weggabelung aus dem Deutschland der Gegenwart ins Frankreich des 17.
Jahrhunderts verschlagen würde. Und das ohne eine Möglichkeit der Rückkehr. Von
einem Tag auf den anderen muss sich Julia den Sitten des Versailler Königshofes
anpassen und zu allem Übel auch noch Französisch lernen. Glücklicherweise bekommt sie jedoch einen
einflussreichen Vormund an die Seite gestellt: Etienne Flémont, den Grafen von
Montsauvan. Ein Mann, der ihr Schicksal noch weitreich beeinflussen soll …
 

Leseprobe

Zur Leseprobe geht es HIER.

Lesung der Autorin

Hier ist noch ein tolles Video einer Lesung von Sandra Regnier zu „Die Stunde der Lilie“

Cover

Das Cover finde ich sehr schön,
da es sehr schlicht gestaltet ist. Im Fokus stehen der Titel und eine einzige
Lilie. Da Lilien im Buch eine besondere Rolle spielen, finde ich es sehr
passend. Außerdem ist auch die typische französische Königslilie zu sehen,
womit passenderweise direkt ein Bezug zum royalen Frankreich hergestellt ist.
Für mich ein sehr gelungenes Cover, dass mich auch im Buchhandel neugierig
gemacht hätte, da es nicht in dem typischen Einheitsbrei untergeht.

Über das Buch

Die 16-jährige Julia ist gut in
Geschichte, hat jedoch gerade erneut eine 5 in Französisch kassiert. Zu allem
Überfluss werden sie und ihre beste Freundin Nina auch noch von der Zicke
Melanie auf dem Mädchenklo belauscht, die ihre Unterhaltung in einer What’sApp
Gruppe veröffentlicht. Um ihre Freundin aufzumuntern, stimmt sie ihr zu Liebe
einem Ausritt zu. Auf dem Weg zu einer keltischen Grabungsstätte geht Julias
Stute Isobel beim Anblick eines Keilers mit ihr durch, und ehe sie sich
versieht, begegnet sie einem merkwürdig gekleideten Mann im Wald, der nur
Französisch spricht und sie aus dem Wald führt. Was sie dort zunächst für eine
Filmkulisse hält entpuppt sich schnell als Versailles im Jahr 1677. Der König,
Louis XIV, übergibt sie der Obhut von Etienne Flémont, dem Graf de Montsauvan,
der sich fortan um ihre Erziehung kümmern soll. Unter dem strengen Blick des
Grafen muss Julia nicht nur die Etikette lernen, sondern sehr zu ihrem Verdruss
auch Französisch. Doch schon bald geht es um mehr als nur ihre Erziehung, denn
am Hofe des Königs wird ein Netz aus Intrigen gesponnen und schon bald stecken
Julia und der Graf von Montsauvan mitten drin.
Obwohl ich Zeitreise-Romanen
normalerweise eher skeptisch gegenüber stehe war ich von „Der Stunde der Lilie“
sofort sehr angetan, vor allem auch deshalb, weil mich Sandra Regnier bereits
mit ihrer Pan-Trilogie überzeugen konnte. Da hab ich mich natürlich super
gefreut, dass „Die Stunde der Lilie“ bei Vorablesen.de in der Liste stand. Da
dann schon die Leseprobe sehr amüsant war, war ich natürlich umso glücklicher,
ein Vorab-Leseexemplar bekommen zu haben und musste direkt anfangen zu lesen.
Der Prolog von „Die Stunde der
Lilie“ beginnt mit einem sehr realistischen Traum, bei dem Julia gemeinsam mit
einem Mann auf der Flucht ist. Ich bin schon sehr gespannt, ob es tatsächlich
nur ein Traum war, oder ob die Szene nochmal irgendwann Realität werden wird.
Zunächst mal zu den Charakteren:
Julia ist eine tolle Protagonistin, die mir von Anfang an sehr sympatisch war.
Sie ist zielstrebig und scharfsinnig und hat mich vor allem immer wieder mit
ihrer spitzen Zunge begeistern können. Sie lässt sich nicht davon unterkriegen
plötzlich in einem fremden Jahrhundert und einem fremden Land gestrandet zu
sein, sondern gibt alles, um bestmöglich mit den Gegebenheiten umzugehen,
obwohl sie so manches Mal das Heimweh überwältigt. Außerdem ist sie sehr mutig und
schreckt auch vor gefährlichen Situationen, oder Auseinandersetzungen mit dem
Grafen, nicht zurück. Etienne ist ebenfalls ein ganz fantastischer Charakter,
der mich doch sehr schmunzeln lässt und mich gleichzeitig sehr neugierig macht,
da er unglaublich geheimnisvoll wirkt. Er ist sehr streng mit Julia, aber das
liegt wohl daran, dass er selber einfach auch sehr diszipliniert ist. Er holt
aus Julia das Beste raus und trotz seinem recht kühlen Gebaren kann man ihm
doch anmerken, dass er Julia in sein Herz geschlossen hat. Natürlich saß ich die
ganze Zeit wie auf heißen Kohlen, und hab mich gefragt, ob sich zwischen den
beiden wohl eine Liebesbeziehung entwickelt. Aber da gibt es dann ja auch noch
Etiennes jüngeren Bruder Alexandre, und auch einige andere Männer am Hofe des
Königs scheinen ein Auge auf die junge Mademoiselle Allemande, wie Julia dort
genannt wird, geworfen zu haben. Insgesamt lebt das Buch auch nicht gerade von
Romantik und ist somit auch für Leser und Leserinnen geeignet, die nicht auf
viel Romantik und Kitsch stehen.
Obwohl die meiste Zeit gar nicht
viel Spektakuläres passiert ist, hat mich das Buch so in seinen Bann gezogen,
dass ich es nahezu an einem Stück durchlesen musste. Es besticht mit
sympathischen und glaubwürdigen Protagonisten und seinen spritzigen Dialoge.
Gepaart mit dem Versailles des 17. Jahrhunderts, schönen Kleidern und
Intrigen bei Hofe ergibt das Buch eine sehr unterhaltsame Geschichte. Einziger
klitzekleiner Kritikpunkt für mich ist es, das erst gegen Ende des Buches wirklich
viel passiert und Julia und Etienne erst recht spät auf die Spuren einer
Verschwörung stoßen. Da dies insgesamt dem Spaß beim Lesen aber keinen Abbruch
getan hat ist es nur ein kleiner Abzug in der Wertung.
Zu Sandra Regniers Schreibstil
möchte ich nur noch kurz sagen, dass er einfach klasse ist. Flüssig und leicht
geschrieben, mit einer großen Portion Humor. Ich konnte mir alles sehr bildlich
vorstellen und war von der ersten Seite an mitten in der Geschichte. Einfach
mitreißend und in den richtigen Momenten berührend.

Fazit

„Die Stunde der Lilie“ ist ein
toller Auftakt für Sandra Regniers neue Trilogie, die mich bisher auf nahezu
ganzer Länge überzeugen konnte. Tolle Protagonisten, spritzige Dialoge und eine
interessante Story zusammengefügt durch Sandra Regniers mitreißenden
Schreibstil. Wer die Pan-Trilogie mochte, wird „Die Stunde der Lilie“ lieben.
Liebe Grüße

              Meine Bewertung

Weitere Infos

362 Seiten
Ab 14 Jahren
ISBN: 378-3-646-60073-5
E-Book: 4,99
Erscheinungsdatum: 7. August 2014
Der zweite Teil erscheint am 8. Januar 2015, was einfach noch viel zu lang hin ist.
Für weitere erste Meinungen schaut doch
bei Vorablesen vorbei. 

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen
%d Bloggern gefällt das: