Ein Autoreninterview mit Carola Leipert

Hallo ihr Lieben, 
ich lese momentan „Das Tal des Zebras„, den Debütroman von Carola Leipert, die sich bereit erklärt hat, mir für euch einen ganzen Haufen Fragen zu beantworten. So erfahrt ihr einiges über sie und ihre Schreibgewohnheiten, und natürlich über ihr Buch. Und falls der ein oder andere auch Lust bekommt, „Das Tal des Zebras“ zu lesen: vom 16.11- 20.11 gibt es das eBook im Rahmen einer Aktion für 0,99 € (Amazon / Buch.de). Weitere Infos über Carola und auch ihren Blog mit aktuellen Infos findet ihr auch auf ihrer Homepage.

Das Interview

Wie fing es bei dir mit
dem Schreiben an? Hast du schon immer geschrieben, oder kam das erst später?
Wenn ich
zurückdenke, fing es damit an, dass ich in meiner Kindheit meinen Freunden
gerne Geschichten erzählte, wenn wir gemeinsam übernachteten. Sie liebten es,
meinen aus dem Stehgreif erfundenen Geschichten zu lauschen 🙂
Später begann ich, Situationen, die mich bewegten, aufzuschreiben. Natürlich
gab es auch so eine Art „Teenie-Tagebuch“, aber das zählt nicht wirklich unter
Schreiben 😉
Dann kam 2003 mein erster Auslandsaufenthalt in Südafrika, wo ich sehr
gewissenhaft und ausführlich ein Reisetagebuch schrieb, was dann der Aufhänger
für meinen ersten Roman 2013 wurde.


Woher nimmst du deine
Inspiration? Gibt es Tätigkeiten, bei denen dir besonders häufig Ideen
einfallen?
Viele
Situationen im Alltag selber inspirieren mich. Aber auch Musik ist eine große
Inspiration. Ich kann mich z.B. noch gut daran erinnern, wie ich spätabends vor
dem Fernseher saß und durchs Programm zappte, als ich plötzlich im Jazzduett-Abend
von Lady Gaga mit Tony Benett landete. Die Musik war so berührend, dass ich wie
aus dem Nichts die Anfangsszene für einen neuen Roman vor mir sah. Glücklicherweise
habe ich alles sofort notiert 🙂
 
In deinem Buch geht es
ja um Südafrika, verbindet dich selbst etwas mit dem Land, oder warum fiel die
Wahl gerade darauf?
Da ich 2003
und 2004 längere Zeit selbst in Südafrika als Biologin gearbeitet habe und ich
schon den Drang vor Ort verspürte, über dieses schöne Land zu schreiben, war
meine Wahl für meinen ersten Roman sehr schnell entschieden 🙂

Vergisst
du deine Ideen auch mal wieder, oder schreibst du immer alles sofort auf?

Da ich einen sehr stressigen Alltag habe, würde ich mit Sicherheit die eine
oder andere Idee wieder vergessen, wenn ich sie mir nicht sofort notiere. Daher
versuche ich immer, einen Stift und ein Notizblock in meiner Nähe zu haben.
Zusätzlich nutze ich mittlerweile auch sehr gerne die Notizfunktion meines
Handys, wenn es schnell gehen muss und ich vielleicht doch mal kein Papier zur
Hand habe (was manchmal bei einem Handtaschenwechsel passiert – ich muss
einfach mal wieder alle Taschen mit Stift und Block ausstatten 🙂 ).

Wann hast du dein
erstes ganzes Buch geschrieben, und worum ging es darin?

„Das Tal der Zebras“ war mein Debütroman, den ich 2009 begonnen habe, aber erst
2013 veröffentlicht habe. Das lag einfach daran, dass ich damals noch keine
Ahnung von Dingen wie plotten hatte und einfach mal angefangen habe, dann nicht
mehr weiter wusste, abgebrochen habe und irgendwann wieder weitergemacht habe.
Heute würde mir das so nicht mehr passieren. Aber zurück zum Roman. „Das Tal
der Zebras“ ist ein Roman, der eine romantische Liebesgeschichte vor der
wundervollen Kulisse des südlichen Afrikas erzählt, aber auch viele spannende
und abenteuerliche Elemente hat. Zudem war es mir wichtig, die Schwierigkeiten
aufzuzeigen, seinen eigenen Weg im Leben zu finden und zu gehen. Ein Thema, das
nicht nur jüngere Menschen beschäftigt, sondern uns in fast jeder Lebensphase
einmal begegnet.

Wenn du etwas Neues
geschrieben hast, wem zeigst du es als erstes? Und ist es dann schon fertig,
und sind auch andere Leute irgendwie in den Schaffensprozess integriert?
Meine beste
Freundin liest in der Regel die erste überarbeitete Fassung eines neuen Romans.
Bei ihr kann ich mich darauf verlassen, dass sie mir ehrlich sagt, was gelungen
ist und was nicht, wo es Logikfehler gibt, wo Doppelungen etc. Bis das Buch
dann aber fertig ist, ist es noch ein weiter Weg. Daran sind dann weitere
Testleser und am Ende natürlich der Endkorrektor mitbeteiligt.
Wie viel Recherche
betreibst du für deine Bücher, und besuchst du auch die Schauplätze?

Recherche ist
unabdingbar, um Authentizität zu wahren. Für meinen derzeitigen Roman bin ich
z.B. viel am Kochen, da in dieser Geschichte die indische und orientalische
Küche eine Rolle spielt. Und ich kann so etwas nur gut rüberbringen, wenn ich
weiß, wie es riecht und schmeckt 🙂

Die Schauplätze in meinen Romanen habe ich alle selbst besucht. Ich kann nicht
gut über Orte schreiben, die ich noch nie gesehen habe. Daher stehen für die
Zukunft auch wieder einige Reisen auf dem Programm 🙂

Wie entscheidest du die
Namen deiner Charaktere
?
Die Namen müssen natürlich zur jeweiligen Zeit passen, dürfen nicht zu
abgehoben sein und sollten gleichzeitig klangvoll klingen.
Was für Bücher liest du
selber am liebsten und auf welche/n Autor/in würdest du niemals verzichten
wollen?

Natürlich bin ich ein großer Fan von romantischen Liebesgeschichten. „Das
Herzenhören“ von Jan-Philipp Sendker zum Beispiel hat mich sehr berührt. Oder
„Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes. Da sind einige Tränen geflossen. Das
ging echt tief. Aber auch aus der Fantasy Ecke habe ich in letzter Zeit einiges
für mich entdeckt, wie die Romane von Marah Woolf. Auch lese ich hin und wieder
Klassiker oder auch mal einen Krimi. „Die Sturmhöhe“ von Emily Bronte steht
immer in greifbarer Nähe. Und auch „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz
Zafón wird mich immer begleiten.
Hast du schreibtechnisch
Vorbilder?

Auf jeden Fall die Autoren, die ich bereits genannt habe. Und seit kurzer Zeit
auch Nina George, die Autorin von „Das Lavendelzimmer“. Sie ist momentan mein
allergrößtes Vorbild.

Welchen
Raum nimmt das Schreiben in deinem Leben ein?

Einen sehr großen. Ohne das Schreiben geht es nicht. Komme ich ein paar Tage
mal nicht dazu, werde ich unruhig und zappelig. Was momentan durchaus mal
passieren kann, da ich einen 15 Monate alten Sohn habe, der sehr viel Zeit und
Aufmerksamkeit braucht. Leider bin ich ein sehr ungeduldiger Mensch und auch
schon mal genervt, wenn ich sehe, was meine Kollegen alles so schaffen, während
ich mal wieder hinterher hinke. Aber dann versuche ich mir zu sagen, dass auch
wieder andere Zeiten kommen und versuche einfach, das Beste daraus zu machen.
Hattest du schon mal
eine Schreibblockade? Und wenn ja, was tust du dagegen?

Ja, sicher. Beim ersten Roman „Das Tal der Zebras“ war es wirklich schlimm,
weil es kein Konzept gab, keinen Plot, keine Struktur. Da bin ich öfter mal
gestrauchelt. Was mir dann immer hilft, ist Spaziergänge in der Natur zu machen
(laufen hilft bei Knoten im Hirn) oder ein langes, entspanntes Bad.
Interessanterweise lösen sich bei mir viele Blockaden, wenn ich ein heißes Bad
nehme. Darüber habe ich sogar mal einen extra Blogbeitrag auf meiner Homepage
geschrieben 🙂
Schreibst du nur für
dich alleine, oder bist du Teil einer Schreibgruppe / Autorengruppe?
Ich schreibe
generell alleine. Ich habe es noch nie ausprobiert, im Team zu schreiben, aber
ich kann es mir ehrlich gesagt für mich persönlich nicht so gut vorstellen,
obwohl ich eigentlich ein echter Teamplayer bin. Es käme wahrscheinlich einfach
mal auf einen Versuch an.

Was sind deine Ziele
für die nächsten fünf Jahre, im Bezug aufs Schreiben und auch unabhängig davon?

Eines meiner wichtigsten Ziele ist es sicher, in den nächsten Jahren mit dem
Schreiben zumindest einen Teil meines Lebensunterhaltes verdienen zu können. Das
selbstständige und freie Arbeiten ist für mich genau das Richtige. Aber da es
ein langer und steiniger Weg ist, versuche ich, es nach und nach aufzubauen.
Ich möchte auf jeden Fall meine Reichweite als Autorin vergrößern und es
schaffen, pro Jahr einen Roman veröffentlichen zu können. Ob das allerdings
klappt mit meiner kleinen Familie, wird die Zeit zeigen. Unabhängig davon hoffe
ich, mit meinem Mann und meinem Sohn in zwei Jahren endlich wieder nach Namibia
fliegen zu können, wo ein Teil unserer Familie wohnt und wo es uns immer wieder
hinzieht.

Liebe Carola, vielen Dank für das schöne Interview!
Und wie mir „Das Tal des Zebras“ gefallen hat, lest ihr dann auch bald hier bei mir 🙂
Eure
 

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