[Blogtour] „Calliope Isle“ – Ein Autoreninterview mit Marie Menke

Hallo ihr Lieben und herzlich Willkommen zu unserer Blogtour
zu „Calliope Isle – Der siebte Sommer“.

Zum Auftakt unserer Blogtour hatte ich die Ehre für euch ein
kleines Interview mit Marie Menke zu führen. So lernt ihr den Kopf hinter „Calliope
Isle“ direkt mal ein bisschen besser kennen. Und morgen geht es dann bei Isabell auf MitternachtsSchatten mit
dem Thema „Was ist Calliope Isle“ weiter.
Liebe Marie, vielen Dank für die Möglichkeit dieses
Interviews. Ich finde es immer total spannend, etwas mehr über die Autoren zu
erfahren, wie und wo sie arbeiten, und vor allem, woher sie ihre Inspiration
ziehen. Also legen wir einfach mal direkt los und fangen vorne an.
Wie fing
es bei dir mit dem Schreiben an? Hast du schon immer geschrieben, oder kam das
erst später?
Ich kann
mich wirklich nicht daran erinnern, einmal nicht geschrieben zu haben: Meine
jüngste Erinnerung an das Schreiben ist wohl, dass ich mir früher vor jedem
Familienurlaub kleine Notizbücher gekauft habe, um ein Reisetagebuch zu
schreiben. Irgendwann wurden dann die Geschichten länger und länger, bis sie Romanlänge
annahmen. Ich kann mich aber auch genau daran erinnern, dass ich mit zehn oder
elf Jahren einmal einen Roman schreiben wollte und es auf nicht mehr als zwei
mit Tinte beschmierte Seiten geschafft habe. Mit dreizehn oder vierzehn Jahren
bekam ich dann meinen ersten eigenen Laptop und die Geschichten wurden ganz von
allein immer länger.
Woher
nimmst du deine Inspiration? Gibt es Tätigkeiten, bei denen dir besonders
häufig Ideen einfallen?
Reisen! Auf
der einen Seite finde ich Bewegung absolut inspirierend: Zugfahren, Fliegen
& Co. Auf der anderen Seite ziehe ich viele Inspirationen aus Orten, die
ich beim Reisen gesehen habe. Vor einigen Wochen war ich vor der Küste von
Alicante auf einer Insel, die die Spanier als „Piratenfels“ bezeichnen – das fand
ich zum Beispiel absolut spannend und denke seitdem über passende Ideen für
einen Roman darüber nach!
Außerdem:
Lesen! Gerade Romane, die sich mit kritischen Themen auseinander setzen, in
meinem Romandebüt „Tameha – Gene tanzen nicht“ ging es beispielsweise um die
Gentechnik, kann man nur schreiben, indem man sich informiert, Zeitung liest
und selbst gerne Romane liest.
Vergisst du deine Ideen auch mal wieder, oder schreibst du immer alles sofort auf?
Die Ideen,
die ich wieder vergesse, sind meist die, die ich kurz vorm Einschlafen bekomme.
Die meisten What’sApp-Nachrichten schicke ich wahrscheinlich an mich selbst,
weil ich den Chat gerne als Notizbuch benutze. Wirklich helfen tut aber
natürlich nur aufschreiben: In meinem Google Drive habe ich ein Dokument, in
dem ich meine Ideen grob festhalte, seien es ganze Konzepte oder nur ein Titel,
der gut klingen würde.
Wann hast
du dein erstes ganzes Buch geschrieben, und worum ging es darin?
Ich lese
schon lange unheimlich gerne Jodi Picoult und vor allem „My Sister’s Keeper“
hat es mir angetan. Mein erstes eigenes geschriebenes Buch war wie bei so
vielen wohl mehr eine Nacherzählung als eine eigene Geschichte, denn die
Parallelen zu Picoults Roman waren nicht zu übersehen, auch wenn ich eine
Aschenputtelgeschichte mit einflechten wollte. Ich war wohl ungefähr dreizehn
Jahre auf, habe Großteile der Geschichte noch mit Füller in meinen Collegeblock
geschrieben und danach abgetippt. Im Übrigen war die gesamte Geschichte auf
Englisch, weil ich diese Sprache schon früh total geliebt habe. Veröffentlichen
werde ich diesen Roman nie, aber manchmal spiele ich noch mit dem Gedanken, ihn
mir einmal selbst auf den Reader zu laden und zu lesen.
Wenn du
etwas Neues geschrieben hast, wem zeigst du es als erstes? Und ist es dann schon
fertig, und sind auch andere Leute irgendwie in den Schaffensprozess integriert?
Bis ein
Roman an den Verlag geht, zeige ich es gar nicht mal so vielen: Ich habe zum
Beispiel noch nie mit Testlesern gearbeitet, jedenfalls nicht bei ganzen
Romanen. Meine Mutter hat dafür immer mal wieder für mich meine Texte gelesen,
oft auch gerade Exposés korrigiert. Sobald ein Roman aber im Verlag ist, ist
plötzlich alles Teamwork und das macht total Spaß: Die Absprachen zwischen
Verleger, Lektor, Grafiker und Autor finde ich total spannend. War es vorher
nur ein Dokument auf dem eigenen Laptop, ist es dann eine Arbeit, an der ganz
viele mitwirken!
Musstest
du für die Bücher, die du bisher geschrieben hast auch mal richtig viel
Recherche betreiben?
Richtig
viel, das wäre übertrieben. Für „Tameha – Gene tanzen nicht“ habe ich mir
einiges über Gentechnik angelesen. Geschrieben habe ich den Roman, als ich
ungefähr fünfzehn war und damals nahmen wir das Thema auch in meinem
Philosophiekurs sowie später in meinem Englischkurs durch – das passte also. In
„Calliope Isle – Der siebte Sommer“ spielt die griechische Mythologie eine
große Rolle und mit der hatte ich zuvor noch nie etwas zu tun: Die
Grundstrukturen bzw. die Legende, an die mein Roman anschließt, musste ich mir
vor dem Schreiben also aus Internet & Co. zusammensuchen.
Was für
Bücher liest du selber am liebsten und auf welche Autoren würdest du niemals
verzichten wollen?
Wie gesagt
habe ich immer unheimlich gerne Jodi Picoult gelesen: Ihre Romane verfolgen ja
ein ähnliches Muster, jeder ist aber dennoch in sich etwas Besonderes. Als
Fantasyautorin muss ich natürlich auf J.K. Rowling nennen, denn die Welten, die
sie geschaffen hat, sind einfach gigantisch! Der letzte Roman, den ich gelesen
habe, war „Wir kommen“ von Ronja von Rönnen. Obwohl er ja immer wieder in den
Kritiken zerrissen wird, hat er mich absolut begeistert: Dieser Roman
beinhaltet einfach unheimlich starke Sätze und porträtiert für mich wirklich
gut, wie unsere Generation zunehmend das Gefühl hat, dass diese Sprache, die
schon alt ist, nicht mehr reicht, um das auszudrücken, was wir heute fühlen.
Hast du
schreibtechnisch Vorbilder?
Im
Fantasybereich habe ich tatsächlich kein Vorbild, aber ich würde unheimlich
gerne einmal ein erzählerisches Jugendbuch veröffentlichen und habe dort auch
einige Autoren, die ich absolut vorbildfähig finde. In den letzten Wochen habe
ich immer mal wieder mit Karolin Kolbe von Thienemann Esslinger zusammen
gearbeitet und ihr Roman „School’s Out – Jetzt fängt das Leben an!“ hat sie für
mich auf jeden Fall zum Vorbild gemacht: Ich finde, sie erzählt wunderschön
ehrlich und realitätsnah.
Außerdem
habe ich früher sehr viel Jana Frey gelesen, die ich sehr mag: Ein Großteil
ihrer Romane erzählt von schweren Schicksälen Jugendlicher, von Depressionen
über frühe Schwangerschaften bis zu Sekten. Zwar würde ich an Frey kritisieren,
dass die Handlungsstränge sich oft ähneln und ich sie pädagogisch einfach nicht
sinnvoll finde: Meist ist es ein Mädchen, das in Schwierigkeiten steckt und
dann einen Jungen kennen lernt, der ihr aus ihren Problemen heraushilft – das
finde ich schade. Generell glaube ich aber, dass Frey es mit ihren Romanen
geschafft hat, vielen Menschen die Augen für die Probleme anderer zu öffnen
sowie vielen das Gefühl gegeben hat, mit ihren individuellen Problemen nicht
allein zu sein. Solche Geschichten würde ich auch gerne erzählen!
Welchen
Raum nimmt das Schreiben in deinem Leben ein?
Schreiben
tun wir ja eigentlich ständig – und wenn es nur der Einkaufszettel ist! Im Juni
ist ja erst mein zweiter Roman erschienen, der ist für mich im Moment daher
ganz besonders wichtig: Ich plane fleißig Leserunden, Blogtouren und mehr!
Abgesehen von Marketing ist aber alles phasenweise: In der Lektoratsphase
beschäftige ich mich natürlich intensiv mit dem Roman, ebenso wenn ich ihn
gerade erst verfasse. Wenn ich gerade jedoch weder lektoriere noch neu
schreibe, schreibe ich meist immerhin für eine Lokalzeitung, für meinen Blog
oder für verschiedene Onlinemagazine – schreiben tue ich dann wohl doch fast
ständig!
Was sind
deine Ziele für die nächsten fünf Jahre, im Bezug aufs Schreiben und auch
unabhängig davon?
Im Bezug
aufs Schreiben hoffe ich, dass ich vielleicht eine Fortsetzung zu „Calliope
Isle“ schreiben darf. Mit dem Vertrag mit Carlsen impress ist für mich ein
Traum wahrgeworden und ich hoffe, dass dort noch weitere Fantasyromane folgen
dürfen. Außerdem würde ich aber unheimlich gerne einmal ein erzählendes
Jugendbuch ganz ohne Fantasy schreiben: Diesen Sommer möchte ich beispielsweise
gerne eine Geschichte über ein Mädchen, das ähnlich wie ich nach dem Abitur
eine Zeit im Ausland verbracht hat, zu Papier bringen. Mal schauen, ob sich ein
Verlag für die Idee finden wird!
Seit Oktober
2015 wohne ich in Spanien und mache hier einen Europäischen Freiwilligendienst,
das ist so ähnlich wie ein FSJ, nur eben im Ausland. Ich habe totales Fernweh
und bin super neugierig auf fremde Kulturen, deshalb hoffe ich, dass ich auch
in den nächsten fünf Jahren noch einige Male im Ausland leben darf und ganz viel
reisen darf! Außerdem werde ich 2016 mein Studium beginnen und bin schon ganz
gespannt darauf, wie das wird. Ich freue mich schon jetzt darauf, viele neue
Menschen kennenzulernen und mich auf das Studieren konzentrieren zu können.
Wo können
deine Fans dich Treffen? Wirst du auf der Frankfurter Buchmesse 2016 dabei
sein?
Zuerst
einmal: im Internet! Ob auf meiner Website mit Blog unter mariemenke.com oder
auf Facebook, Twitter und Instagram, online könnt ihr mich jederzeit erreichen.
Da ich im Wintersemester 2016 mein Studium beginnen werde, weiß ich noch nicht,
ob ich in Frankfurt dabei sein würde, aber noch habe ich Hoffnung – ich würde
euch schließlich unheimlich gerne alle einmal treffen!
Ich bin auf jeden
Fall in Frankfurt dabei und hoffe dann einfach mal, dass du es auch dorthin
schaffst. Aber natürlich ist gerade der Einstieg ins Studium mit O-Woche und Co
wichtig, vor allem wenn es darum geht, viele neue Freundschaften zu schließen.
Bis dahin wünsche ich dir auf jeden Fall ganz viel Spaß in Spanien und hoffe,
du hast genug Zeit für einen zweiten Band von „Calliope Isle“.

Gewinnspiel

Und jetzt seid ihr an
der Reihe. Welche Fragen habt ihr noch an Marie? Stellt mir eure Fragen in den
Kommentaren und erhaltet dafür ein Los für unser Gewinnspiel. Zwei weitere Lose
könnt ihr bekommen, wenn ihr die Frage unter dem Hashtag #CalliopeIsle auf
Twitter postet. 



Und das gibt es zu gewinnen:
5 x Postkarten „Calliope Isle“
3 x eMail-Kurse #wirliebenschreiben
3 x eBook „Calliope Isle“

Teilnahmebedingungen

Als Lose gelten alle Blogpostkommentare und Beiträge auf den Sozialen Netzwerken, die bis zum 25. Juni um 23:59 eingegangen sind. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist wird unter den Gewinnern fünf Calliope Isle-Postkarten sowie drei eMail-Kurse ‪#‎wirliebenschreiben‬ und drei eBooks „Calliope Isle – Der siebte Sommer“ verlost und die Gewinner auf der Facebookseite von Marie Menke sowie auf den Seiten und Blogs der teilnehmenden Blogger bekannt gegeben.

Dieses Gewinnspiel steht in keiner Verbindung mit Facebook, Twitter und weiteren Sozialen Netzwerken, auf denen es beworben wird, und wird auch nicht von ihnen unterstützt.
Daten, die im Gewinnfall weitergegeben wurden, werden nicht für weitere Zwecke entfremdet und nicht an Dritte weitergegeben. Nach Ende des Gewinnspiels werden sie gelöscht.
Der Vorname sowie der erste Buchstaben des Nachnamens des Gewinners werden auf teilnehmenden Blogs und ihren Social Media-Kanälen veröffentlicht. Ist ein Gewinner nicht bereit, dem Veranstalter seine Adresse mitzuteilen, so wird erneut ausgelost.
Mit der Teilnahme am Gewinnspiel wird automatisch bestätigt, das man das 18. Lebensjahr erreicht hat und voll geschäftsfähig ist. Teilnehmer unter 18 Jahren müssen eine Erlaubnis haben und auf Nachfrage eine Einverständniserklärung der Erziehungs/-Sorgeberechtigten vorlegen.
Bei nicht-digitalen Gewinnen (z.B. Printbüchern) erfolgt der Versand ausschließlich nach Deutschland-Österreich-Schweiz, der Versand an weitere Länder ist ausgeschlossen. Für den Postweg wird keine Haftung übernommen. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die gesamten Teilnahmebedingungen findet ihr auch HIER.

Blogtourfahrplan

15. Juni: Autoreninterview mit Marie Menke – hier bei mir
17. Juni: Wer war Calliope
23. Juni: Rund um Gedichte
27: Juni: Bekanntgabe der Gewinner

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare

  1. Ob sie sich vorstellen könnte, mal was ganz anderes zu schreiben. Vielleicht einen Horrorroman? Bei Twitter bin ich nicht.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  2. Meine Frage wäre, ob es ihr beim Schreiben manchmal so ist, als wäre sie ihr Prota und würde das selbst erleben… wie ne Art Kopfkino

    Kristie

  3. Aloha!

    Meine Frage wäre, was hat sie zu "Calliope Isle" inspiriert? Wann ist ihr die Idee gekommen?

    Liebe Grüße
    Jay

  4. Hallöchen 🙂
    das war ein echt interessantes Interview.
    Meine Frage an Marie wäre, mit welchem Charakter aus Calliope Isle sie sich am meisten identifiziert.

    Liebe Grüße
    Cara

  5. Hallo,

    mich würde interessieren, wie sie auf Kritik reagiert und ob sie auch vorhat diese in ihre nächsten Bücher zu integrieren…

    LG

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